Seit die Immobilienblase geplatzt ist hat sich in Irland vieles geändert. Und vieles ändert sich immer noch weiter, so zum Beispiel die Preise für Lebensmittel, die deutlich gefallen sind. Andere Zahlen hingegen gehen hoch, nämlich die Arbeitslosenzahlen: die aktuelle Arbeitslosenrate wurde heute mit 12,7 Prozent beziffert, nach 12,5 Prozent im Vormonat. Doch selbst diese Zahlen sind noch geschönt, sorry, “bereinigt” heißt das natürlich. Dieser Zuwachs von 0,2 Prozent bedeutet zum Beispiel über 300 neue Arbeitslose pro Tag. Und besonders schlimm sieht es dabei in der Altersgruppe der 21- bis 24jährigen aus: jeder Dritte in diesem Alter ist in Irland arbeitslos.
Wenn man dann noch die vielen Polen, Letten, Litauer und anderen Ausländer dazuzählen würde, die Irland in den letzten Monaten wieder den Rücken gekehrt haben, dann läge die Arbeitslosenrate sicher bei mindestens 15 Prozent. Das hat auch Fine Gael-Chef Enda Kenny erkannt und zieht nicht nur deshalb entsprechend gegen Brian Cowen und seine regierende Fianna Fail zu Felde, und das meiner unmaßgeblichen Meinung nach vollkommen zurecht.
Auch ich habe kein Patentrezept wie Irland aus der Misere kommen kann, der Karren wurde lange und ziemlich weit in den Dreck gefahren, sozusagen in den Baudreck, mitsamt all den Baukranen, Baggern und Betonmischern, die nun weitestgehend ungenutzt herumstehen. Was Regierungschef Biffo Cowen und Team bisher aus dem Hut oder sonstwoher gezaubert hat, ist jedenfalls nicht einmal eine ansatzweise Lösung, auch wenn der Mann aus Offaly fest daran glaubt. Beste Beispiele sind die Senkung des hohen Mehrwertsteuersatzes um ein halbes Prozent zurück auf 21 % (das halbe Prozent, das erst ein Jahr vorher dazugekommen war) während der mittlerer Satz von 13,5% unverändert bleibt (der zum Beispiel für Arbeitsleistungen zur Anwendung kommt). Und dann spricht Cowen davon, daß Irland seine Wettbewerbsfähigkeit weiter erhöhen muß. Klar. Dafür ist ja dann wohl die Steuer auf Alkohol gesenkt worden …
Es gibt da aber noch eine weitere Zahl, die nach oben geht, und das ist sehr erfreulich, nicht nur für uns hier am Killinure Point: die Buchungszahlen sehen richtig gut aus, und das können wir nach den vergangenen recht schwachen Jahren im irischen Tourismus auch wirklich sehr gut brauchen. Jetzt muß nur noch das Barometer mitspielen – ein Wert, der ebenfalls gerne hochgehen darf und dann möglichst dort bleiben soll für die Saison